Todesfall, Lohnnachgenuss (Rechtliches und Einrichten), Anspruchsberechtigung

Rechtliches:

Gemäss OR 338 Abs. 2 hat der Arbeitgeber zu bezahlen:

  • Bei Arbeitsverhältnissen mit 1 bis 4 Dienstjahren:
    • 1 Monatslohn
  • Bei Arbeitsverhältnissen mit mehr 5. Dienstjahren:
    • 2 Monatslöhne

Anspruchsberechtigung

Anspruch auf den sog. Lohnnachgenuss haben in folgender (alternativer) Reihenfolge:

  1. überlebender Ehegatte bzw. eingetragener Partner
  2. Kinder » auch ggf. volljährige Kinder, sofern und soweit sie noch unterhaltsberechtigt sind (vgl. ZGB 277 Abs. 2)
  3. andere Personen, denen gegenüber der Arbeitnehmer eine Unterstützungspflicht erfüllte. Dabei ist es egal ob es rechtlicher, vertraglicher oder moralischer Natur ist.

Der Monatslohn ist inklusive 13. Monatslohn, regelmässiger Zulagen usw. zu berechnen. Was Lohnbestandteil ist, bestimmt sich nach den gleichen Regeln wie bei der Lohnfortzahlungspflicht (Art. 324a OR). Ob zusätzlich Kinderzulagen geschuldet sind, richtet sich nach kantonalem Recht. 

Wie einrichten:

Lohnart Monatslohn kopieren und mit "Lohnnachgenuss" bezeichnen. Dann sämtliche Sozialversicherungsbasen entfernen. In der Lohnabrechnung dann diesen Lohnachgenuss noch mit dem 13. ML addieren. Die eigentliche 13.ML Auszahlung entfernen. In der Schlussbemerkung sollte dann noch erläutert werden, wie sich der Lohnnachgenuss zusammensetzt. Der Lohnnachgenuss darf nicht in den Lohnausweis!
Für den Lohnnachgenuss muss manuell eine Rentenbescheinigung erstellt werden: Der Arbeitgeber hat für den ausgerichteten Lohnnachgenuss eine (vom Lohnausweis) separate Rentenbescheinigung mit dem Vermerk "Besoldungsnachgenuss" unter Ziffer 4 zu erstellen (vgl. StP 158 Nr. 1).
Untersteht der Lohnnachgenuss der Quellensteuer, erfolgt eine analoge Handhabung (zum Satz einer Monatsleistung).

Formulare Rentenbescheinigung: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/direkte-bundessteuer/dienstleistungen/formulare/lohnausweis.html

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