Nettolohnausgleich

Einleitung

Bei Absenzen des Arbeitnehmers in Folge Krankheit, Unfall, Militär usw. werden in der Regel Lohnersatzleistungen durch Versicherungen in Form von Taggeldern erbracht.
​Diese Taggelder sind nur teilweise sozialversicherungspflichtig:

  • Unfall- und Krankentaggeld sind für unselbständigerwerbende Personen nicht AHV-IV/EO/ALV-pflichtig. BVG-Abzüge sind nur zu tätigen, sofern noch eine Beitragspflicht besteht.
  • Taggelder für Dienstleistenden und Mutterschaftsentschädigung (EO) unterstehen nicht der Beitragspflicht für die Unfallversicherung (UVG). Die Beitragspflicht für Krankenttaggeldversicherung ist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) Ihrer Versicherung geregelt. Die BVG-Abzüge sind gemäss den reglementarischen Bestimmungen Ihrer Vorsorgeinrichtung zu regeln.
  • Bei Kurzarbeit- und Schlechtswetterentschädigungen ist der Lohn zu 100% beitragspflichtig.

​Nach erhalt der Versicherungsleistungen ist vorgeschrieben, diese Zahlungen/Korrekturen dem Mitarbeiter weiterzugeben. Dadurch vermindern sich die Abzüge und der ausbezahlte Nettolohn ist höher als wenn der Mitarbeiter "normal" gearbeitet hat. Dies stösst bei vielen auf Unverständnis, resp. wird als "ungerecht" empfunden.

 
Es ist möglich, einen Nettolohnausgleich vorzunehmen, sofern es die arbeitsrechtlichen Bestimmungen (GAV, individueller Arbeitseitsvertrag, Reglement des Arbeitgebers, OR, usw.) zulassen.​
 
​Für die Nettolohn-Ausgleichskorrektur würden folgende Varianten zur Verfügung stehen.
  1. Es wird nach den Sozialversicherungsbeiträgen einen Abzug hinzugefügt, welcher den Nettolohn auf den ursprünglichen Betrag korrigiert. Dies kann relativ einfach erledigt werden. Diese Variante hat aber den Nachteil, dass es bei den Höchstlohnberechnungen zu Schwierigkeiten kommt oder es entstehen Buchungsprobleme.
  2. Die elegantere Variante korrigiert nicht am Schluss, sondern vor der Berechnung der Sozialversicherungsabzüge, resp. vor dem Bruttolohn. Sie wird auch in die Basislöhne der Sozialversicherungen eingerechnet.
​Wenn die Funktion Nettolohnausgleich aktiv ist, wird eine Schattenrechnung vorgenommen, um zu Vergleichen wie der Nettolohn ohne die Versicherungstaggelder aussehen würde. Danach versucht das Programm mittels Schlaufe sich dem "normalen" Nettolohn sich anzunähern.

​Beispiel:
​Bei folgendem Mitarbeiter würde die Lohnabrechnung im Januar ohne Versicherungsleistungen wie folgt aussehen: (Nettolohn beträgt 9679.20)
 

​Nun werden die Taggeldleistungen und der Nettolohnausgleich hinzugefügt:
 

​Das Programm rechnet solange nach, bis der Nettolohn wie oben 9679.20 ergibt. Der daraus reduzierenede Ausgleich ergibt -205.70.
Da die Nettolohn-Ausgleichslohnart Einfluss auf die Versicherungsbasen hat, kann der Ausgleich über mehrere Lohnläufe aktiv sein:
Schattenrechnung:​
 

​Nettolohnausgleich und Taggelder:
​​

Einrichtung

Folgende Einstellung wird in der Regel automatisch in der swissdec 4.0 fähigen Version (> 18.11.2014) vorgenommen. 

Die Versicherungstaggeld-Lohnarten (2120, 2220, 2320, 2324, 2420) müssen für den Nettolohnausgleich markiert werden.​​ Dies bewirkt, dass diese Lohnarten in der Schattenrechnung nicht berücksichtigt werden.
​Die B-Korrekturen müssen nicht markiert werden, da sie als Folge von den fehlenden Entschädigungen automatisch nicht berücksichtigt werden in der Schattenrechnung.

Zudem muss eine Lohnart für den Nettolohnausgleich definiert werden. Idealerweise sollte diese vor dem Bruttolohn sein und in sämtliche Versicherungs-, und Steuerbasen fliessen, sowie in die Brutto-/Netto-/Auszahlungsbasis.
 
​Definitionen:
 
 
 
 
​Lohnausweis: Feld 1.
​Fibu-Buchung analog "1000 Monatslohn".

Zuletzt muss dem Lohnprogramm angegeben werden, mit welcher Lohnart der Ausgleich getätigt werden soll:

Anwendung

Nach den Lohnfällen Krankheit, Unfall, EO oder Mutterschaft mit Verwendung von Abrechnungsbeträgen fragt das Programm automatisch nach, ob der Nettolohnausgleich durchgeführt werden soll:


Nach Bestätigung berechnet das Programm automatisch in mehreren Läufen den Nettolohn gemäss Schattenrechnung.

Tipp
​Sobald der Nettolohnausgleich bei einem Mitarbeiter verwendet wird, so wird dieser bei dem Mitarbeiter bis Ende Jahr immer berücksichtigt und entsprechend bei jeder Mutation einer Abrechnung berechnet und allenfalls korrigiert. Bei weiteren Abrechnungsbelegen wird aus diesem Grund nicht mehr bis Ende Jahr nachgefragt, ob der Nettolohnausgleich berechnet werden soll - unabhängig welcher Art die Versicherungsleistung ist. 
 
 
 
Quellenangabe:
Beispiele aus swissdec Richtlinien für Lohndatenverarbeitung, Version 3.0
 
Diese Neuerung setzt Version 02.12.2014 oder neuer voraus.
Haben Sie Fragen? Anfrage einreichen